Leider lauern die meisten Gefahren für unsere Igel schon in unseren Gärten. Dabei sind einige davon leicht zu beseitigen, wenn man sie erst erkannt hat:
1.
Chemische Mittel und Gifte
töten zwar einige
Schädlinge im Garten, doch Igel, Vögel und andere
Kleintiere fressen die vergifteten Schnecken und Insekten und
werden dadurch ebenfalls vergiftet. Benutzen Sie also
natürliche und umweltfreundliche Mittel! Sie werden bald
feststellen: Gifte sind unnötig. Übrigens sind Schnecken
gegen Schneckengifte bereits resistent- und auch wenn die Werbung
anderes verspricht: Schneckengift ist auch für Igel
giftig.
2. Rasentrimmer,
-mäher
verursachen schwere,
oft sogar tödliche Verletzungen. Nicht selten wird einem Igel
ein Bein abgetrennt! Bitte überzeugen Sie sich vor dem
Mähen unter Büschen / Hecken, daß dort kein Igel
liegt. Noch besser wäre, Sie lassen das Gras dort etwas
höher stehen – vielleicht baut dort eine Igelin ihr
Kindernest.
3.
Komposthaufen
sind bei Igeln sehr
beliebt. Bevor Sie mit der Forke dort hineinstechen, prüfen
Sie bitte, ob nicht ein Igel darin liegt. Und finden Sie ein Nest
mit Igelkindern: bitte wieder abdecken und Ihre Igelstation
anrufen.
4.
Tischtennisnetze, Obstnetze
sind schon für
manchen Igel zur Todesfalle geworden, wenn sie achtlos im Garten
herum lagen. Tiere, die sich darin verfangen, gehen elend zugrunde,
da sie sich nicht mehr allein befreien
können.
5.
Reisighaufen
zu verbrennen, ist in
den meisten Bundesländern ohnehin verboten. Sollten Sie es
trotzdem tun, schichten Sie das Reisig vorher bitte um: Igel lieben
Reisighaufen!
6.
Müll- und Laubtüten
müssen unbedingt
verschlossen werden. Igel sind ungeheuer neugierig: auf ihrer
Futtersuche kriechen sie in die Säcke und ersticken oder
werden von der Müllabfuhr abtransportiert. Kein Tier verdient
es, "entsorgt" zu werden!
7.
Abfall (leere Büchsen, Joghurtbecher, Konservendosen
etc.)
gehört zwar in die
Mülltonnen, liegt aber oft im Gelände herum. So manche
Cola- oder Bierdose hat einen Igel seine empfindliche,
lebenswichtige Nase gekostet, weil er sie neugierig hineinsteckte.
Und alte Joghurtbecher erweisen sich als tödliche Falle, da
der Igel nach dem Hineinkriechen nicht mehr heraus kann - seine
Stacheln wirken wie Widerhaken, der Igel bleibt stecken und
verhungert/erstickt.
8. Gartenteich, Swimmingpool
Viele Igel ertrinken
gerade in den kleinen Teichen, die eigentlich als Vogeltränke
gebaut wurden. Und wahre Todesfallen sind Swimmingpools – ob
mit oder ohne Wasser. Tiere brauchen unbedingt Ausstiegshilfen
("Hühnerleiter" oder Maschendraht) oder eine Rettungsinsel
(Stein in der Mitte).
9.
Lichtschächte
müssen unbedingt
so gesichert werden, daß kein Igel hineinfallen kann. Ist
Ihnen das nicht möglich, ist der tägliche Kontrollgang
selbstverständlich für Sie.
10.
Regentonnen
sind oft in die Erde
eingelassen. Natürlich haben Sie Ihre Tonne abgedeckt, um sich
und Ihre Kinder nicht zu gefährden - und Tiere vor dem
qualvollen Ertrinken zu bewahren.
11.
Ihr Hund
hat bereits Erfahrung
mit Igelstacheln und hält sich deshalb von "Mecki" fern.
Achten Sie bitte trotzdem auf ihn, leider werden jährlich
viele Igel durch Hunde schwer verletzt oder gar
totgebissen.
12.
Ratten- oder Mäusefallen, Rattenköder
In einigen Gegenden haben sich in den letzten Jahren die
Ratten sehr stark vermehrt, so daß einige Gärtner
Rattenfallen oder - köder in Garten auslegen.
Beides sind für Igel tödliche Gefahren!
Rattenfallen: bitte mindestens 50 cm über dem Boden
aufstellen. Viele Igel haben in den am Boden stehenden Fallen schon
ein Bein verloren oder sich das Mäulchen zerquetscht, oft
wurden sie für den Igel sogar zum tödlichen
Verhängnis.
Rattenköder: sind vom Geruch her auch für Igel
sehr einladend, sie kriechen hinein und fressen den vergifteten
Köder. Auch hier gilt: mindestens 50 cm hoch aufstellen.
Gleiches gilt für die Mäuse-Schlagfallen, die ebenfalls
eine große Gefahr für Igel sind.